Ein Fräulein steht im Walde

Ein Fräulein steht im Walde

Ampelfrauen statt Ampelmännchen

In Melbourne hat man jetzt an zehn Fußgängerüberwegen die Ampelmännchen durch Ampelfrauen ersetzt, um damit die Geschlechtergleichberechtigung zu fördern. Diese Meldung habe ich am 9.3.2017 unserer Tageszeitung entnommen: „Ampelmännchen werden weiblich“ (unten rechts). Übrigens gab es schon zu DDR-Zeiten in Dresden Ampelmännchen und Ampelfrauchen. In Köln leuchteten 2009 die ersten Ampelmädchen. In Berlin diskutiert man seit 2014 über geschlechtergerechte Ampelzeichen. Um Diskriminierung der Männer abzuwenden, sollen dabei abwechselnd Männchen und Frauen an den Ampeln zu sehen sein.

Erkennungsmerkmal der Ampelfrauen ist der Rock. Moderne Frauen tragen aber schon seit Generationen Hosen. Degenderisieren sie sich damit nicht selbst? Wie steht es aber mit dem Kilt oder Schottenrock, der in Schottland nur von Männern getragen wird?

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Stilblüten der Arzneimittel-Werbung

Ein Indianer kennt keinen Schmerz

Stilblüten der Arzneimittel-Werbung

Arzneimittel sind eine Ware besonderer Art, darauf muss auch die Werbung Rücksicht nehmen. Sie darf keine leeren Versprechungen machen, die sich dann nicht erfüllen. In der Werbung für Kosmetika scheint dagegen alles erlaubt zu sein. Bei alkoholischen Getränken spitzt der Gesetzgeber die Ohren. Nach Auffassung des Europäischen Gerichtshofs darf Wein nicht als „bekömmlich“ beworben oder verkauft werden. Das sei eine für alkoholische Getränke verbotene „gesundheitsbezogene Angabe“. Brauereien und Winzer dürfen nicht mehr mit angeblich gesundheitsfördernden Wirkungen ihrer Erzeugnisse werben.

Wie steht es nun mit der Werbung für frei verkäufliche Arzneimittel? Da die versprochene Wirksamkeit nicht immer erreicht wird, müsste im Sinne der Rechtsprechung über Wein und Bier die Arzneimittelwerbung ganz verboten werden. Doch damit würde man über das Ziel hinausschießen. Lassen wir also die Frage nach der Berechtigung offen und fragen stattdessen nach der Logik und dem oft fragwürdigen Kontext, was durch einige Beispiele belegt werden soll.

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Beeren oder keine Beeren*

! Beeren oder nicht ?

Brombeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Maulbeeren, Holunderbeeren, Vogelbeeren und Wacholderbeeren sind keine Beeren! Auberginen, Avocados, Bananen, Gurken, Kiwis, Melonen, Papayas, Tollkirschen, Tomaten, die Früchte der Kartoffel, des schwarzen und des bittersüßen Nachtschattens und Zitrusfrüchte sind Beeren! Echte Beeren sind auch Heidelbeeren, Johannisbeeren, Kapstachelbeeren (Physalis peruviana), Moosbeeren, Preiselbeeren, Stachelbeeren und Weintrauben.

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Dehydratisierung oder Dehydrierung?

Dehydratisierung oder Dehydrierung?
Über den falschen Gebrauch der Begriffe

Ausgelöst durch einen verbalen Fauxpas in einem Bericht über die Sendung  Lebensmittel-Check mit Tim Mälzer – Wie gut ist unser Wasser? scheint es mir erforderlich, wieder einmal über die Herkunft, die exakte Verwendung und den falschen Gebrauch dieser Begriffe nachzudenken.

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Der-Die-Das Kartoffel

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Geschlechtergerechte Kartoffelsorten?

Eine Gruppe von Kartoffelnasen, pardon Kartoffelfreunden fordert in einer geplanten Petition, dass sich der Bundestag für eine Gleichbehandlung der Geschlechter bei der Vergabe von Namen für Kartoffelsorten einsetzt. Lassen wir doch mal das Flüchtlingsproblem, den IS-Terror, den Erdogan, die Arbeitslosendynamik, den Parteienzwist, das Drogenproblem, die Rechtschreibereform und was sonst noch so die Gemüter erhitzt, kurz beiseite und widmen uns der Frage, wie man die Sorge der Antragsteller mildern könnte.

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Est nomen omen?

„nomen est omen“ ist ein – wahrscheinlich von Plautus stammendes – lateinisches Zitat. Es besagt, dass Namen bestimmte Bedeutungen vermitteln können.

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Was verbindet nun die italienische Fußballmannschaft, die Teilnehmerinnen am Fraueneinzel 2016 in Wimbledon und das Kartoffelsortiment des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums Augustenberg bei Karlsruhe? Auf alle drei Bereiche trifft die lateinische Redensart „nomen est omen“ zu.

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Wortspielereien – Mein neues Buch

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Wortspielereien – Mein neues Buch

Neben meinen naturwissenschaftlichen Büchern und Publikationen habe ich mich – als Verfechter des Kulturguts Deutsche Sprache – mit  Wortspielen befasst. Zunächst erschien im Jahr 2013 das Buch Banker und Bankerte. Schon 2014 folgte das Buch Ich weiß nicht, was soll es bedeuten. Da aller guten Dinge drei sind, gesellt sich nun unter dem Titel „Wortspielereien“ ein drittes Buch hinzu, das Sie hier bestellen können.

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Ist Bier bekömmlich? Was ist bekömmlich?

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Ist Bier bekömmlich?

Erhalten – erhältlich.
Bekommen – bekömmlich.
Das vom Verb bekommen abgeleitete Adjektiv heißt bekömmlich.

Doch das ist nicht alles. Laut Duden ist das Wort bekömmlich vom mittelhochdeutschen bekom(en)lich abgeleitet, was so viel bedeutet wie bequem oder passend. Heute hat es die Bedeutung verträglich, gut verträglich und leicht verdaulich.

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Unsinnige Worthülsen in Sportberichten und -werbungen

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Unsinnige Worthülsen in Sportberichten und -werbungen

Der ganze Sport, alle Emotionen!
Kein TV-Sportbericht ohne diesen läppischen Spruch. Er suggeriert, dass Sport und Emotionen äquivalent seien. Der Sport wird gemessen an den vollbrachten Leistungen. Die Emotionen äußern sich aber meistens in verzerrten Fratzen, in Brüllen und Schreien, in gimpelhaften Gebärden oder in der Bildung gruppensexartiger Körperknäuel.

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Was ist ein Blumist?

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Begriffe aus der „ist“-Familie

Heute las ich zufällig das Wort Blumist und machte mich kundig zu diesem Begriff, den mein Rechtschreibewächter rot unterstrichen hatte. Blumisten sind Liebhaber und Kenner der Blumen und betreiben die Blumenzucht als Kunst.

Da ich in Karlsruhe lebe und die Stadt gerade ihren 300. Geburtstag feiert, ist es naheliegend, an den Gründer dieser Stadt, Karl Wilhelm von Baden-Durlach zu denken. Seine Leidenschaften – so wird behauptet – waren Frauen und Blumen, genauer gesagt Tulpen. Darf man ihn daher als Feminist und Tulpenist bezeichnen? Ein Anhänger des Feminismus war er nicht, doch Tulpenist könnte man ihn nennen. In den berühmten Tulpenbüchern sind zahlreiche Exemplare seiner kostbaren Tulpensorten dokumentiert. Die Frage bleibt offen, ob es die sagenhaften Tulpenmädchen gab, oder ob es nur Gartenmägdelein waren.

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