Tod von Bären – Tod durch Bären

Am 6. Dezember 2016 wurde in West Wyoming, Pennsylvania, auf einem Parkplatz vor einer Kirche eine ganze Bärenfamilie tot aufgefunden. Merkmale äußerer Gewaltanwendung konnten nicht ermittelt werden. Also war an eine Vergiftung zu denken. Ende Dezember, nach Abschluss der toxikologischen Untersuchungen bewahrheitete sich dieser Verdacht.

Die Schwarzbären hatten Eiben gefressen. Eiben sind immergrüne Sträucher, kleine oder mittelgroße Bäume, die in allen Pflanzenteilen – mit einer Ausnahme – stark toxische Alkaloide enthalten, die in ihrer Gesamtheit als Taxane bezeichnet werden. Die Frage, warum die Bären freiwillig die giftigen Pflanzen gefressen haben, kann dadurch beantwortet werden, dass die Europäische Eibe (Taxus baccata) und ihre Verwandten in Nordamerika nicht heimisch sind. Es war Winter, die Bären waren hungrig und ihr Instinkt, der sie vom Verzehr einheimischer Giftpflanzen abgehalten hätte, konnte nicht funktionieren.

Die Ausnahme an Giftigkeit machen die beerenartigen roten „Früchte“, die weder echte Beeren noch Früchte sind. Es handelt sich um das fleischige, süß schmeckende Gewebe, das die giftigen Samen umhüllt. Dieser becherartige rote Samenmantel (Arillus) ist ungiftig und kann gegessen werden. Vorsicht jedoch vor den Samen – man darf sie weder schlucken noch zerkauen! Sie sind durch die enthaltenen Taxane hochgiftig !!

Können Eisbären Menschen töten?

Ja, wenn sie von Menschen angegriffen oder provoziert werden. An den unglücklichen Ereignissen, an die hier erinnert werden soll, waren die Bären aber nur indirekt bzw. passiv beteiligt.

Ende des 19. Jahrhunderts starb ein Team von Polarforschern. Sie hatten während der mehrmonatigen Expedition oft die Leber von Eisbären verzehrt. Die Eisbärleber enthält eine so hohe Konzentration des lipophilen Vitamins A, dass sie für Menschen giftig ist. Im Gegensatz zu den wasserlöslichen Vitaminen werden die fettlöslichen (lipophilen) Vitamine A, D, E, und K nicht rasch aus dem menschlichen Körper eliminiert und können sich deshalb anreichern. Dabei entfaltet das Vitamin A seine toxischen Eigenschaften, die sich in Kopfschmerzen, Doppelsichtigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Muskellähmung äußern. Im Extremfall endet die Überdosierung tödlich.

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