Korinthen, Rosinen, Sultaninen und Zibeben

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Korinthen, Rosinen, Sultaninen und Zibeben

Wird in einem Brief an die Korinther die ausgebliebene Lieferung der bestellten Korinthen angemahnt? Ist die Rosinante die gekürte Rosinenkönigin in Analogie zur Weinkönigin? Gibt es auch weibliche Sultane, die dann Sultaninen heißen? Sind Zibeben identisch mit Zibetkatzen?

Zunächst wollen wir einmal festhalten: In allen vier Fällen geht es um getrocknete Weinbeeren mit dem Oberbegriff Rosinen.

Korinthen, benannt nach dem griechischen Ausfuhrhafen Korinth, werden aus der Rebsorte Korinthiaki gewonnen. Sie sind schwarzbraun bis schwarzblau.

Sultaninen werden aus der weißen, dünnhäutigen, besonders süßen und kernlosen Sultana-Traube gewonnen.

Zibebe heißen in Süddeutschland und Österreich die Rosinen. Das Besondere an den Zibeben ist ihre Gewinnung durch Trocknen der Beeren am Weinstock. Sie werden auch zu Trockenbeerenauslesen verarbeitet.

Die Korintherbriefe sind zwei im Neuen Testament enthaltene Briefe von Paulus an die christliche Gemeinde von Korinth, die um 50 n.Ch. gegründet wurde. Dabei geht es nicht um Korinthen sondern um Ehe und Liebe.

Rosinante ist in Cervantes Ritterroman Don Quijote dessen abgemagertes Pferd. Ob die Rosinante auch Rosinen fressen würde, ist anzunehmen. Ob ihre spärlich produzierten Pferdeäpfel Rosinengröße aufweisen könnten und sie daher als Rosinenkacker zu bezeichnen wäre, bleibt eine offene Frage.

Sultan ist seit dem 10. Jahrhundert der Titel islamischer Herrscher. Sultaninen sind jedoch nicht die Frauen eines Sultans, auch keine weiblichen Sultane.

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Die Zibetkatze ist eine in Afrika und Asien heimische Schleichkatze mit dunkel geflecktem Fell und sehr langem Schwanz. Es sind kleine Raubtiere und daneben Allesfresser, die gelegentlich auch Wurzeln und Früchte verzehren. Man darf also annehmen, dass sie in der Not auch Zibeben nicht verschmähen würden.

Sie sondert aus einer Afterdrüse ein salbenähnliches, gelbes bis bräunliches, als Zibet bezeichnetes Sekret ab, das in der Parfümerie mit dem ähnlich riechenden Moschus konkurriert. Der natürliche Zibet enthält unter anderem Zibeton, Indol, Skatol, Dimethylindol und Buttersäure und wurde seit alters als Riechstoff sehr geschätzt. Heute werden zur Gewinnung dieses Rohstoffs fast nur noch künstlich hergestellte Ersatzduftstoffe verwendet.

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