Fast alles über Leber

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Fast alles über Leber

Heute kommt mal wieder zart gebratene Kalbsleber mit Röstzwiebelringen, Apfelscheibchen und ein paar Blättchen Salbei auf den Tisch. Bis das Essen bereitet ist, wollen wir kurz über essbare und nicht essbare Objekte nachdenken, die das Wort Leber in ihrem Namen tragen.

Leberkäse, Leberwurst, Leberknödel und Kalbsleberwurst

Was man regional als Leberkäse bezeichnet, ist Fleischkäse und enthält meist keine Leber. Und Fleischkäse ist kein Käse sondern eher eine kastenförmige Wurst ohne Pelle. In der Pfälzer Leberwurst und in Leberknödeln ist tatsächlich Leber vom Schwein.

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Kalbsleberwurst musste bisher keine Kalbsleber enthalten. Solange die so bezeichnete Wurst Kalbsfleisch enthielt, durfte sie diesen Namen tragen, auch wenn die Leber nicht vom Kalb sondern vom Schwein oder anderen Tieren stammte.

Seit Januar 2010 muss Kalbsleberwurst u.a. auch Kalbsleber enthalten, wobei aber keine quantitativen Angaben gemacht werden. Nach neuen Leitsätzen soll eine Wurst, die Kalbfleisch aber keine Kalbsleber enthält, als Kalbfleisch-Leberwurst bezeichnet werden. Der Mindestgehalt an Kalbfleisch soll 15% betragen.

Wussten Sie übrigens, dass es auch einen Leberwurstbaum (Kigelia africana) gibt? Er heißt auch Wurstbaum oder Elefantenbaum und es wachsen keine Leberwürste auf ihm. Der Inhalt der wurstähnlichen Früchte dient nicht dem Verzehr, er wird ebenso wie Rinde und Wurzeln von Einheimischen zur Herstellung diverser Heilmittel sowie u.a. auch zum Gerben von Tierhäuten benutzt.

Stopfleber und Leberzirrhose

Die Produktion von Gänse- und Entenstopfleber ist eine Tierquälerei durch den Menschen. Die Tiere werden zum Körnerschlucken gezwungen. Menschen, die sich eine Säuferleber zulegen, quälen sich freiwillig. Dabei stellt sich die Qual – im Gegensatz zur Gänse- und Entenmästerei – erst nach einer langen Zeit des Genusses, nicht von Getreidekörnern sondern von Alkohol ein, worunter auch der eine oder andere Korn sein mag. Das Endstadium der dadurch ausgelösten Lebererkrankung wird Leberzirrhose genannt. Sie geht einher mit einer Zerstörung der Architektur der Leberzellen und deren Ersatz durch Bindegewebe, das die Funktionen der Leber nicht übernehmen kann.

Lebertran, Leberfleck und Leberegel

Lebertran soll in richtiger Dosierung wegen seines Gehaltes an Vitamin A und Vitamin D sehr gesund sein, schmeckt aber scheußlich. Er ist das aus der Leber von Dorschen und Heilbutten gewonnene Öl und nicht zu verwechseln mit den aus der Muskulatur der Tiefseefische gewonnenen Fischölen, die wegen ihrer stark ungesättigten Fettsäuren als gesundheitsfördernde Nahrungsergänzungsmittel konsumiert werden.
Der Leberfleck ist eine gutartige Wucherung von Pigment bildenden Zellen auf der Haut, deren bräunliche Farbe an die Farbe der Leber erinnert.
Der Leberegel ist ein Saugwurm, der in der Leber und der Galle pflanzenfressender Wild- und Haustiere parasitiert und massive Gesundheitsschäden hervorruft.

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Leberblümchen und Lebermoose

Das Leberblümchen (Hepatica nobilis), ein Hahnenfußgewächs, hat blaue Blüten. Es gehört zu den im Frühjahr am frühesten blühenden Arten. Die Blätter erinnern im Umriss an die Form der menschlichen Leber und so entstand der Glaube an die Heilkraft der Pflanze bei Leberleiden, eine leider erfolglose Therapie. Auch Lebermoose wurden früher wegen der Form ihres Thallus als Mittel gegen Leberleiden verwendet und daher so bezeichnet. Dass ausgerechnet Abkochungen der Moose mit Wein helfen sollten, erscheint jedoch fraglich.

So viel für heute – Na denn, guten Appetit!

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