süß – salzig – bitter – sauer

süß-salzig-bitter-sauer

süß – salzig – bitter – sauer

Zucker schmeckt süß, Süßstoff schmeckt süß, Glycerin schmeckt süß, daher wurde es von seinem Entdecker Carl Wilhelm Scheele ursprünglich auch Ölsüß genannt.

Doch wie steht es mit der wichtigsten, essentiellen und lebenserhaltenden Verbindung, dem Wasser? Was wir täglich brauchen ist das Süßwasser. Weiß doch jeder, was Süßwasser ist. Süßwasser schmeckt aber nicht süß, sondern ist geschmacklos. Der Name ist wahrscheinlich gewählt, um es vom Salzwasser des Meeres und vom Bitterwasser, das therapeutisch verwendet wird, zu unterscheiden.

Was ist das Gegenteil von salzig und von bitter? Salzfrei und was dann? Da bitter vom althochdeutschen bittar kommt, was beißen heißt, könnte man sagen: nicht beißend. Aus dieser Verlegenheit hilft der nicht ganz logisch angewandte Begriff süß. Doch ist das Süßwasser ebenso wenig süß wie süße Babys oder süße Kätzchen. Wäre Sauerwasser ein gängiger Begriff, so hätte Süßwasser seine verbale Berechtigung. Ähnlich verhält es sich mit Süßmilch und Sauermilch, Süßbutter und leicht angesäuerter Butter. Süßmilch und Süßbutter schmecken nicht süß. Sinnvolle Gegensätze existieren in den Begriffen: Süßstoff und Sauerstoff, Süßrahm und Sauerrahm, Süßkirsche und Sauerkirsche.

Keine süßen Kontrahenten haben Sauerampfer, Sauerbraten und Sauerkraut. Süßmilch und Süßrahm können sauer werden. Das konnte auch Ferdinand Sauerbruch, wenn ihm was nicht passte.

Was Süßes zum Essen ist die Schokolade. Doch der Gegenspieler zu Bitterschokolade heißt nicht Süß-Schokolade sondern Milchschokolade.

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Und damit nicht genug, geschmackliche Gegensätze können auch sinnvoll kombiniert werden. Süß-sauer sind oft Speisen (z.B. Gewürzgurken) und Gerichte der chinesischen Küche (z.B. Schweinefleisch süß-sauer). Süß-sauer ist jeder Weißwein, auch wenn uns das nicht so bewusst ist, denn er enthält Weinsäure und mehr oder weniger Restzucker.

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Bitter-süß schmecken die Bitterschokolade und die Beeren des Bittersüßen Nachtschatten. Bitter-salzig und unangenehm schmeckt das Bittersalz (Magnesiumsulfat). Die Kombination bitter und sauer schmeckt scheußlich.

Eine sehr eigenartige Kombination unterschiedlicher Geschmacksträger stellt die mexikanische Mole dar. Sie ist eine Soße aus Chili und ungesüßter Schokolade. Sie wurde ursprünglich zubereitet, um die verhassten Spanier zu ärgern. Dann aber gewöhnten sich die Mexikaner selbst daran und heute ist sie eine Spezialität der mexikanischen Küche. Die Rezepte sind von Region zu Region unterschiedlich. Eine der bekanntesten und beliebtesten Molen ist die Mole Poblano aus dem Bundesstaat Puebla.

Seit kurzem kann man bei uns auch Schokolade mit Chili kaufen. Auf der Suche nach neuen Kreationen würzen auch namhafte Hersteller Bitterschokolade mit der Schärfe feuriger Chilischoten und treffen damit den aktuellen Geschmack.

Titel-Grafik: Badische Zeitung – Oh ist das süß!

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